Ihr Browser ist leider inkompatibel. Bitte verwenden Sie einen aktuellen Browser.

Ohne Gas keine Wärmewende

Alte Heizung, was nun? Wärmepumpe im Neubau, neuer Gasbrennwertkessel im Bestand, Fernwärme, wo möglich. Hier gibt’s Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Heizungen

Fragen und Antworten

Das so genannte Klimapaket verfolgt ehrgeizige Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen. Welche sind relevant für Kund*Innen der SWK?

Im Zentrum des Sommerpaketes der Bundesregierung steht jetzt die private Wärmeversorgung und damit ein Bereich, der nahezu alle Kunden betrifft. Ausgenommen solche, die entweder bereits heute eine Wärmepumpe haben oder aber ihr Objekt an die Fernwärme angeschlossen ist. Da der EU-Emissionshandel ab 2026 auch im Gebäudesektor angewendet werden soll, müssen Verbraucher insbesondere dann mit steigenden Heizkosten rechnen, wenn sie mit Öl oder Gas heizen.

Welche gesetzlichen Vorgaben gelten genau für SWK-Kund*innen, die mit fossilen Energien heizen?

Fest steht, dass sich durch die CO₂-Bepreisung fossiler Brennstoffe insbesondere Heizöl stetig verteuert. Laut Koalitionsvertrag ist ab 1. Januar 2025 der Einbau einer Öl- oder Gasheizung als alleiniges Heizgerät in Deutschland quasi verboten. Ab dann muss jede neue Heizung zu 65 Prozent erneuerbare Energien einkoppeln. Zudem schreibt der Gesetzgeber eine Austauschpflicht für 30 Jahre alte Ölheizungen oder Gasheizungen vor.

Was kann ich als akut als Betroffener tun?

Unsere Botschaft für einen zeitnahen Umstieg als privater Hausbesitzer: Bei einem Neubau eignet sich die Wärmepumpe, im Bestand bleibt Gas auch in naher Zukunft eine gute Lösung. Wer eine alte Gas- oder eine alte Ölheizung besitzt, ist mit dem Einbau von Gasbrennern, die in der Lage sind, unterschiedliche Gasqualitäten wie z.B. Wasserstoffbeimischungen oder reinen Wasserstoff zu verbrennen, auch vor dem Hintergrund der CO2-Minderung gut beraten.

Droht mittelfristig eine Revolution im Heizungskeller?

Nicht unbedingt, aber Verbraucher sollten einige Fragen frühzeitig für sich beantworten. Etwa „welche Anlagentechnik ich verbauen lassen kann“, „was ich beachten muss“, „welche Fördergelder für mich gelten“. Wer Fragen hat, sollte sich beraten lassen - gern bei uns oder auch im Handwerk. Bei einer Änderung im Heizungskeller sollte auf jeden Fall die energetische Sanierung bzw. Dämmung des Hauses mitgedacht werden. Chancen bestehen auch darin, die fossilen Gasnetze auf CO2-neutrale Gase umzustellen.

Welche Möglichkeiten bietet das Krefelder Netz?

Generell gilt: Eine tragende Säule der zukünftigen Energieversorgung bilden Erneuerbare Energien. Dazu gehört auch die SWK-Fernwärme mit ihren spezifisch niedrigen CO2 Emissionsfaktoren von 34,2g/kWh, einem exzellenten Primärenergiefaktor von 0,23 und einen EE-Anteil von fast 40%. Hier arbeiten wir an einer Verdichtung, Optimierung und Ausbau des Netzes entlang der vorhandenen Fernwärmeleitungen, das ist vor allem für Mehrfamilienhäuser und größere Gebäude interessant. Darüber hinaus bereitet sich die NGN NETZGESELLSCHAFT NIEDERRHEIN MBH aktuell auch darauf vor, Beimischungen von bis zu 20 Prozent Wasserstoff im Krefelder Gasnetz technisch möglich zu machen. Zwingende Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass der Markt auch ausreichend klimaneutrale Gase zur Verfügung stellen kann und dies auch politisch bzw. regulatorisch unterstützt wird ist. Zudem prüft die SWK derzeit Möglichkeiten zum Betrieb von Gasheizungen mit Biogas. Wirtschaftlich in erster Linie interessant für Industriekunden könnte diese Methode für ausgewählte Sonderfälle im Privatkundensegment ab 2025 eine gute Alternative sein.

Kann die SWK mit Produkten oder Dienstleistungen helfen?

Natürlich, Fragen zur Umrüstung von Heizungsanlagen ist für unsere Kunden eine besondere Herausforderung, die durch entsprechende Angebote der SWK unterstützt werden kann. Einige Beispiele: Wie bereits beschrieben ist die SWK-Fernwärme dort, wo sie zum Tragen kommen kann, eine attraktive Alternative. Zudem gilt die Neuregelung zur CO2-Kostenaufteilung nicht für Brennstoffe, die bereits dem Brennstoffemissionshandelsgesetz BEHG belegt sind. Heißt, Mieter und Vermieter sparen sich Zeit, Aufwand und Energiekosten beim Bezug der SWK-Fernwärme. Auch kleinere Nahwärmenetze, bei denen ein Erzeuger bspw. wie eine Groß-Wärmepumpe, welche mit Abwärme aus dem benachbarten Industriegebiet gespeist wird, eine ganze Nachbarschaft versorgen kann, wird zunehmend wichtiger. Mit unserem SWK-Contracting errichten wir eine neue Heizanlage und betreiben diese. Wer Beratung wünscht, schreibt an edl@swk.de oder ruft an unter 02151 98-4050.

Die Politik muss Voraussetzungen schaffen für die Entwicklung von Wärmenetzen. Was würden Sie sich wünschen?

Gemeinsame Wärmenetze können eine gute Antwort auf die notwendige Dekarbonisierung der Wärmeversorgung sein. Wirtschaftlich und ökologisch macht das für die Betreiber von Wärmenetzen aber nur Sinn, wenn die Investitionen über die Nutzungsdauer auch wieder erwirtschaftet werden können. Vor diesem Hintergrund ist die Politik gefordert „Cherry Picking“ bei der Wahl der Wärmeversorgung in einem Quartier zu vermeiden. Denn nur durch eine gemeinsame Nutzung des Wärmenetzes auf breiter Basis kann dieses mit seinen positiven Eigenschaften optimal genutzt werden. Wünschenswert ist eine verpflichtende Wärmeleitplanung durch die Kommune, die identifiziert, wo genau sich die Wärmebedarfe der Stadt befinden, wo die derzeitigen und künftigen Potenziale als Wärmequellen.


SWK Service
| Unser tägliches Handeln bestimmen Sie – mit all Ihren Anliegen rund um die Themen Strom, Gas und Mobilität. Wir sind der verlässliche Partner an Ihrer Seite: Gemeinsam finden wir eine Antwort