Inhaltsverzeichnis:
Genau diese Frage steht im Mittelpunkt eines gemeinsamen Projekts des Zentralen Gebäudemanagements der Stadt Krefeld (ZGM) und der SWK. An der Forstwaldschule am Bellenweg wird derzeit gezeigt, wie digitale Technik Bestandsgebäude smarter, effizienter und klimafreundlicher machen kann.
Schulen als Schlüssel zur kommunalen Klimastrategie
Das Projekt ist Teil des Klimarahmenvertrags energieeffiziente Gebäude (KreG) zwischen der Stadt Krefeld und der SWK. Schulen spielen darin eine zentrale Rolle. Denn sie zählen zu den größten kommunalen Energieverbrauchern und bieten damit enormes Potenzial zur CO₂-Reduktion. Die Pilotmaßnahme wurde durch den Geschäftskundenvertrieb der SWK, genauer von der Abteilung Wärme gemeinsam mit dem Team Connect angestoßen und umgesetzt. Ziel ist es, bestehende Heizsysteme digital aufzuwerten: Schnell, wirtschaftlich und ohne aufwendige bauliche Sanierung.
Was macht ein Gebäude „smart“?
Ein Gebäude ist dann smart, wenn es Energie nicht nur effizient nutzt, sondern auch automatisiert, vorausschauend und bedarfsgerecht steuert. Und genau hier setzt das Projekt an der Forstwaldschule an. Zahlreiche Thermostate, Temperaturfühler und Fensterkontakte wurden installiert. Diese Sensoren erfassen in Echtzeit:
- Raumtemperaturen
- Heizverhalten
- Lüftungsmuster
In der SWK-Connect-Umgebung werden diese Daten in einem digitalen Zwilling visualisiert und analysiert. So entsteht eine fundierte Entscheidungsgrundlage für einen automatisierten, bedarfsgerechten Heizbetrieb.
Plötzlich werden Fragen beantwortbar, die zuvor im Verborgenen lagen:
- Welche Räume werden unnötig beheizt?
- Wo geht durch falsches Lüften Energie verloren?
- Und wo liegen die größten Einsparpotenziale?
Gerade im Schulalltag zeigt sich das Potenzial
Schulgebäude haben besondere Anforderungen: Räume werden oft nur stundenweise genutzt, Fenster bleiben auch im Winter länger geöffnet und Thermostate stehen häufig höher als nötig. Die digitale Nachrüstung setzt genau hier an – gezielt, unkompliziert und mit überschaubaren Investitionen. Schon jetzt zeigen erste Auswertungen ein vielversprechendes Bild: Stabilere Raumtemperaturen, ein transparenterer und zielgerichteter Heizbetrieb sowie eine deutliche Reduzierung des Heizwärmebedarfs.
Nach ersten temperaturbereinigten Hochrechnungen könnten die CO₂-Emissionen sowie der gesamte Energiebedarf um 15 bis 20 Prozent gesenkt werden. Die finale Bewertung erfolgt nach Abschluss des Pilotprojekts. Wissenschaftlich begleitet wird das Vorhaben von der Hochschule Niederrhein sowie durch einen Masteranden. Erste belastbare Effizienz- und Kostenindikatoren werden bereits zum Ende der laufenden Heizperiode erwartet.
„Smarte Lösungen brauchen nicht immer große Baustellen. Wir zeigen mit diesem Projekt, dass Digitalisierung im Gebäudebestand kein Zukunftsszenario ist, sondern heute schon konkret funktioniert. Mit vergleichsweise geringem Aufwand lassen sich Transparenz, Effizienz und Klimaschutz deutlich verbessern. Genau das brauchen Kommunen jetzt.“
Patrick Schumacher, Projektmanager SWK
Ein Modell mit Signalwirkung
Das Beispiel der Forstwaldschule macht deutlich: Auch ältere Bestandsgebäude können mit überschaubarem Aufwand spürbar smarter werden. Statt auf Komplettsanierung zu warten, ermöglicht die digitale Nachrüstung einen schnellen, wirtschaftlichen und klimawirksamen Einstieg in die Transformation kommunaler Gebäude. Genau darin liegt die eigentliche Stärke dieses Projekts. Es schafft eine Blaupause für viele weitere Schulen in Krefeld und darüber hinaus.
Wie geht’s weiter?
Nach erfolgreicher Umsetzung im Bellenweg und den erzielten Einsparungen von bis zu 20 Prozent, kann eine Amortisierung von fünf Jahren für die Kommune nachgewiesen werden. Es sind nun für dieses Jahr zwei bis drei weitere Schulen geplant. Die Vorbereitungen für einen neuen Auftrag der SWK ENERGIE laufen bereits innerhalb des neuen „Klima-Rahmenvertrages energieeffiziente Gebäude“ (KreG) mit dem ZGM. Laut SWK bestünde das Potenzial, im kommenden Jahr fünf bis sechs Schulen zu optimieren, immer mit dem Ziel bis Ende 2035 rund 70 Schulen auszurüsten und ähnliche Einsparungen zu erzielen.
