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Nach mehreren Anschlägen auf kritische Infrastruktur in Deutschland steht die Frage nach der Sicherheit unserer Stromnetze aktuell stärker denn je im Mittelpunkt. Auch der ZDF-Länderspiegel widmete sich diesem Thema und sprach hierzu unter anderem mit SWK-Vorstand Carsten Liedtke. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie Netzbetreiber ihre Infrastruktur widerstandsfähig gegenüber Störungen und möglichen Angriffen machen.
Versorgungssicherheit braucht vorausschauende Planung
Moderne Stromnetze müssen heute weit mehr leisten als die reine Energieverteilung. Sie müssen auch unter schwierigen Bedingungen stabil funktionieren und Ausfälle möglichst begrenzen. Deshalb setzt die SWK auf technische Konzepte, die eine hohe Versorgungssicherheit gewährleisten. Hierzu gehören unter anderem redundante Netzstrukturen, die alternative Versorgungswege ermöglichen. Carsten Liedtke erklärte dazu im ZDF-Länderspiegel:
„Wir sind insbesondere im Strombereich so unterwegs, dass wir fast überall Ringstrukturen ausgeprägt haben. Das heißt, wenn es an einer bestimmten Stelle zu einer Netzunterbrechung kommt, dann können wir von der jeweils anderen Seite den entsprechenden Punkt wieder versorgen“.
Durch solche Ringstrukturen können betroffene Netzabschnitte häufig schneller wieder mit Energie versorgt werden. Ziel ist es, die Auswirkungen möglicher Störungen so gering wie möglich zu halten.
Kritische Infrastruktur schützen
Die Energieversorgung zählt zu den kritischen Infrastrukturen Deutschlands. Ein zuverlässiger Betrieb ist daher von zentraler Bedeutung für Wirtschaft, Gesellschaft und öffentliche Einrichtungen. Für Netzbetreiber bedeutet das, Gefahren frühzeitig zu erkennen, bestehende Systeme kontinuierlich weiterzuentwickeln und in die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur zu investieren. Gleichzeitig sind auch politische Rahmenbedingungen gefragt, um notwendige Schutz- und Ausbaumaßnahmen effizient umsetzen zu können.
Im ZDF-Beitrag sprach sich Carsten Liedtke deshalb unter anderem für eine nationale Materialreserve für den Fall größerer Netzschäden sowie für schnellere Genehmigungsprozesse bei Infrastrukturmaßnahmen aus. Liedtke weiter:
"Die zweite Forderung ist, dass wir die kritische Infrastruktur, die wir im Bereich Energieversorgungssysteme haben, zum national überragenden Interesse erklären, weil wir mit dieser Erklärung eben sicherstellen können, dass wir Bauvorhaben bei der Netzverstärkung schnell umsetzen können und z.B. nicht die örtliche Bauaufsicht fragen müssen, bevor wir einen Zaun um zwei Meter erhöhen wollen".
Expertise aus der Region
Die Herausforderungen rund um kritische Infrastruktur und Versorgungssicherheit werden in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Umso wichtiger ist der Austausch zwischen Politik, Sicherheitsbehörden und Infrastrukturbetreibern.
Dass die Expertise der SWK dazu auch in einem bundesweiten TV-Beitrag gefragt war, unterstreicht die wichtige Rolle regionaler Energieversorger bei der sicheren und resilienten Versorgung von Millionen Menschen.
